Rechtsextreme „Graue Wölfe“ heulen wieder

Für den kommenden Samstag, den 21.01.2017, bewerben erneut türkische Nationalisten, sogenannte „Graue Wölfe“, eine Veranstaltung in Augsburg. Unter dem Motto „Nacht der Tränen“ wollen sie sich diesmal im Reese Theater versammeln. Um sich dort einzumieten gaben sie an, ein Jugendtheaterstück aufführen zu wollen. Tatsächlich geht es aber um Heldenverehrung für Märtyrer und um die Verbreitung ihrer faschistischen Ideologie.

 

Als „Graue Wölfe“ werden die Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen türkischen „Partei der nationalistischen Bewegung“ (MHP) bezeichnet. Sie selbst nennen sich „Idealisten“. Die türkischen Rechtsextremisten machten in den 1970ern und 80ernvor allem durch Hunderte politische Morde, Pogrome und Anschläge wie das Papst-Attentat 1981 von sich reden. Nach einer Zeit des Verbotes in der Türkei war die Partei ab 1998 allerdings sogar an einer Regierung beteiligt und wurde bei der türkischen Parlamentswahl im November 2015 trotz Verlusten mit 11,9% der Stimmen drittstärkste Kraft.

 

Sie streben nach einer Art „Großtürkischem Reich“, das sich vom Balkan über Zentralasien bis nach China erstrecken und „alle Turkvölker vereinen“ soll. Die Liste ihrer erklärten Feinde ist lang: Kurden, Armenier, Juden, Kommunisten und die USA sind lediglich ein kleiner Ausschnitt. Die „Grauen Wölfe“ sind immer wieder an Übergriffen auf u.a. KurdInnen und AlevitInnen beteiligt. Nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern. Die türkischen Nationalisten sind also auch hier eine ernstzunehmende Gefahr.

 

In Deutschland wird die Partei durch drei Dachorganisation vertreten, denen bundesweit rund 303 Vereine mit mehr als 18.500 Mitgliedern angehören. Die älteste in Deutschland aktive Organisation ist die Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland bzw. Türkische Föderation. Weiterhin werden Mitglieder des Verbandes der türkischen Kulturvereine in Europa  und der Union der türkisch-islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB) der Bewegung zugerechnet. Auch unorganisierte Nationalisten begreifen sich teilweise als „Idealisten“. Die Jugendorganisation der Grauen Wölfe ist die Idealisten-Jugend.

Bis heute können sie in der Bundesrepublik weitgehend ungestört agieren. Mit Rückendeckung der türkischen Konsulate können sie Hetze und Drohungen gegen vermeintliche Feinde des Türkentums verbreiten und Oppositionelle einschüchtern.

Ihre Veranstaltung in Augsburg wird organisiert von Fatih Pürlü, der in der Vergangenheit bereits Demonstrationen der „Grauen Wölfe“ u.a. gegen die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) und gegen Israel auf dem Rathausplatz angemeldet hat.

 

Es gilt, über die Gefahr aufzuklären, die von den türkischen Faschisten ausgeht.

Rechtsextremismus und faschistische, antisemitische Ideologie müssen auch abseits von NPD, AfD und Co. ernst genommen, kritisiert und bekämpft werden.

klicken lohnt sich