Zum Selbstverständnis der Linksjugend [‘solid] Augsburg

Wir, die Linksjugend [‘solid] Augsburg, treten ein für Solidarität und Emanzipation, für eine fortschrittliche  grundlegende Kritik des Kapitalismus und stellen uns gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus, Sexismus, Homophobie und menschenfeindliche Ideologien.
Als parteinaher Jugendverband der Partei DIE LINKE agieren wir feministisch und basisdemokratisch.

Für eine progressive Kapitalismuskritik!

Der Kapitalismus steht für Krisen, Kriege und Katastrophen. Gründe dafür sind das Streben nach Profitmaximierung und Verwertbarkeit statt nach den Bedürfnissen der Menschen. Die Folgen sind u.a. Ernährungs-,  Umwelt- und Wirtschaftskrisen, für die dieses System keine Lösungen findet.
Damit einher geht der Aufschwung reaktionärer Ideologien und regressive Krisenverarbeitung.
Die kapitalistische Moderne hat zahlreiche zivilisatorische Fortschritte gebracht: Die Zurückdrängung persönlicher Abhängigkeitsverhältnisse und die Etablierung demokratischer Staatsformen in einigen Ländern gehören dazu. Allerdings etabliert sie auch eine Zwangswelt von Ware, Wert, Kapital und Nation. Alles nicht-verwertbare spielt keine Rolle, wie Menschlichkeit und Solidarität.
Der Kapitalismus verspricht Freiheit und Selbstbestimmung. Unsere Kritik richtet sich nicht gegen dieses Versprechen, sondern gegen seine Nichteinlösung.
Aus den Erfahrungen der Verbrechen von Stalinismus und Staatssozialismus heraus, stehen wir für einen neuen progressiven Antikapitalismus. Wir kritisieren die kapitalistische Vergesellschaftung, begreifen es aber als abstraktes Phänomen, das nicht an Einzelpersonen festgemacht werden kann. Eine plumpe Feindschaft gegen Einzelkapitalisten lehnen wir ab.  Es sind die Verhältnisse, die wir ändern müssen.
Es gelte, wie Marx sagt, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“. Personalisierter Antikapitalismus ist anschlussfähig für antisemitische Wahnbilder und Verschwörungstheorien.

Für das schöne Leben!

Was wir wollen ist die Transformation des Privateigentums an Produktionsmitteln hin zur gesellschaftlichen Verfügung zum Zwecke der Verwirklichung der (individuellen) Freiheit. Ziel sollte die Abschaffung von Ausbeutung und Herrschaft sein. Wir stehen für die Befreiung der Individuen aus jenen Zwängen, die angesichts des gesellschaftlichen Reichtums heute längst überholt sind. Den Individuen sollte ermöglicht werden, sich Dingen wie Genuss, geistiger und körperlicher Hingabe, Kunst und intellektueller Selbstreflexion hingeben zu können.
Wir fordern keine gleichmäßige Verteilung des Elends, sondern seine globale Abschaffung. Das heißt für uns, kein Konsumverzicht, sondern:

Luxus für alle!
Reichtum und  Genuss wird den meisten Menschen vorenthalten, obwohl das angesichts der entwickelten menschlichen und gesellschaftlichen Fähigkeiten nicht notwendig wäre. Diese Vorenthaltung beruht allerdings nicht auf dem bösen Willen Einzelner (z.B.  „Heuschrecken“), sondern auf der Logik eines Systems, das sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, sondern nach der Verwertbarkeit des Kapitals und der politischen Herrschaftsinteressen von Staatlichkeit orientiert. Wir bestehen auf das

Recht auf Faulheit!

Wie Karl Marx bereits sagte: „Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo das Arbeiten, dass durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört.“. Die Verherrlichung von Arbeit, auch in der sogenannten Arbeiterklasse, lehnen wir vollends ab, denn wir sehen rein gar nichts Würdevolles in ihr. „Es ist geistig und moralisch genommen schimpflich für den Menschen, irgendwas zu tun, was ihm keine Freude macht und viele Formen der Arbeit sind ganz freudlose Beschäftigungen.“ (Oscar Wilde, Der Sozialismus und die Seele des Menschen, 1891).

Was wir wollen?
„Auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen“ (Th. W. Adorno, Minima Moralia, 1951)